
Unser Präsident, Dr. André Voillat, hat dazu am TECHNORAMA FORUM vom 28. November 2006 folgende grundsätzliche Gedanken geäussert:
Der heutige Referent, Herr Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, Ärztlicher Leiter der Psychiatrischen Universitätsklinik Ulm, prognostiziert, dass wir Westeuropäer in dreissig Jahren die T-Shirts für China nähen werden. Er hält dies ganz einfach für die absehbare Folge unbestreitbarer Fakten in Verbindung mit unserem Bildungsniveau.
In den letzten Monaten ist Bewegung in den Bildungsbereich gekommen. Dazu einige Schlagworte:
• Unsere technischen Hochschulen sollen auch künftig der obersten Weltliga angehören.
• Deshalb mehr Geld für Bildung und Forschung.
• Die Parteien überbieten sich dabei: 4 ½ %, 6 %, 8 % jährliche Zuwachsrate.
• In der Schweiz fehlen 1'000 Ingenieure, andere Quellen sprechen von 1'500.
• Die Initiative für "Na-Tech Education” will den Naturwissenschaften mehr Gewicht im Grundschulunterricht zuordnen.
Soweit, so gut! Was aber zu denken gibt ist die Tatsache, dass wir nicht aktiv, sondern reaktiv reagieren.
• Was die Pisa-Studie aufgezeigt hat, wussten wir, haben es aber verdrängt.
• Dass die Naturwissenschaften in der Ausbildung von Lehrern und Schülern zu kurz kommen, wussten wir auch.
• Dass die Unterrichtsmethodik in den Naturwissenschaften überholt ist, ist auch bekannt.
• Feststellungen wie "nur wenn es gelingt, genügend auf Technik neugierige Kinder auszubilden, werden wir langfristig im Wettbewerb bestehen,” oder "viele Leute realisieren zu wenig, dass Technologie noch immer eine Grundlage unseres Wohlstandes ist,” sind doch eigentliche alte Binsenwahrheiten.
Aus einer Phase der Technikfeindlichkeit haben wir uns zur Erkenntnis durchgemausert, dass wir uns im Zeitalter des grössten und verdichtetsten naturwissenschaftlichen und technischen Fortschritts befinden. Im weltweiten Wettbewerb der Kulturen wird es Sieger und Verlierer geben. Es wäre nun aber blauäugig zu glauben, dass die Etablierten, zu denen wir Europäer uns zählen, à priori auch in Zukunft zu den Siegern gehören werden.
Eines kommt in der endlich angelaufenen Bildungsdiskussion zu kurz. Ich will Ihnen das Problem an einem Beispiel erläutern: Da sagte mir kürzlich ein Schulleiter einer Zürcher Gemeinde, seine Schule sei im Rahmen der Sparprogramme nicht mehr in der Lage, das Technorama zu besuchen. Das Beispiel zeigt, wie gefährlich Sparübungen in unserem dreistufigen Staatssystem sein können. Der Bund spart zum Teil durch Aufgabendelegationen und Beitragskürzungen an die Kantone; diese wiederum tun ein Gleiches gegenüber den Gemeinden.
Was nützt es, technische Hochschulen zu haben, die top sind, wenn der eigene Nachwuchs fehlt, nur weil wir diesen im Primar- und Sekundarschulalter nicht motivieren, begeistern können. Ein Gleiches gilt übrigens auch für die technischen Berufslehren. Was nützt es, eines der besten Berufsbildungssysteme zu haben, wenn es nicht mehr genügend genutzt wird.
Das Technorama arbeitet seit über zehn Jahren systematisch aufbauend an der Weiterbildung der Lehrer im naturwissenschaftlich, technischen Bereich und verfügt über ein Knowhow, das Besuche von Schulen zu wertvollen und motivationsfördernden Anlässen für die Jugendlichen macht. Einer Schulklasse sollte man nicht nur einen, sondern richtigerweise, in den Unterricht eingepasst, mehrere Technorama-Tage pro Jahr ermöglichen.
Wir werden nun mit Kreisen aus der Wirtschaft ein erstes regionales Pilotprojekt auf die Beine stellen, indem interessierte Firmen sich finanziell engagieren, um Schulen Technorama-Besuche zu ermöglichen. Firmen sollen in diesem Projekt auch die Möglichkeit haben, Lehrern, Schülern und Eltern Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten näher zu bringen.